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IT-Kompass OWLUnabhängiger Wegweiser zur IT-Wirtschaft in Ostwestfalen-Lippe

Hardware · Hersteller

Elektronik- und Technikhersteller in OWL: die industrielle Basis der Region

Stand:

Die Elektroindustrie gehört zu den großen Industriezweigen in Ostwestfalen. 2025 zählte die Herstellung elektrischer Ausrüstungen 40 Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten. Zusammen beschäftigten sie 19.376 Menschen, 11,6 Prozent des Verarbeitenden Gewerbes dieser Betriebsgröße. Gegenüber 2024 sank die Zahl um 9,1 Prozent. Die Daten stammen von IT.NRW mit Berechnungen der IHK Ostwestfalen. Stand: Oktober 2026. (Quelle: ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/6769722/6b22505a75b66e5a872bc27669b7c885/verarbeitendes-gewerbe-branchenentwicklung-in-ostwestfalen-data.pdf)

Wie groß ist die Elektronikindustrie in Ostwestfalen?

Die Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen ist kleiner. Sie umfasste 2025 laut IT.NRW-Daten 22 Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten. Dort arbeiteten 6.381 Menschen, 3,8 Prozent des Verarbeitenden Gewerbes. Der Auslandsanteil am Umsatz lag bei 63,5 Prozent. Bei den elektrischen Ausrüstungen waren es 58,4 Prozent. Stand: Oktober 2026. (Quelle: ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/6769722/6b22505a75b66e5a872bc27669b7c885/verarbeitendes-gewerbe-branchenentwicklung-in-ostwestfalen-data.pdf)

Der Maschinenbau ist die größte Industriebranche im Bezirk der IHK Ostwestfalen. Laut IT.NRW-Auswertung hatte er 2025 142 Betriebe und 29.785 Beschäftigte. Das gesamte Verarbeitende Gewerbe einschließlich Bergbau kam auf 726 Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten. Sie beschäftigten 166.819 Menschen. Stand: Oktober 2026. (Quelle: ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/6769722/6b22505a75b66e5a872bc27669b7c885/verarbeitendes-gewerbe-branchenentwicklung-in-ostwestfalen-data.pdf)

Der Kreis Lippe ist in diesen Kammerzahlen nicht enthalten. Der Bezirk der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld umfasst die Stadt Bielefeld und die Kreise Gütersloh, Herford, Höxter, Minden-Lübbecke und Paderborn. Stand: Oktober 2026. (Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Industrie-_und_Handelskammer_Ostwestfalen_zu_Bielefeld)

Welche Netzwerke verbinden Hersteller und Forschung in OWL?

Ein zentrales Netzwerk der Region ist das Technologienetzwerk it's OWL mit nach eigener Angabe über 230 Mitgliedern. Den Kern bilden familiengeführte Unternehmen und ein breiter Mittelstand. Darunter sind mehrere Hersteller der Industrieelektronik. Sie arbeiten mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Region zusammen. Unterstützung zu Digitalisierung, KI und Nachhaltigkeit bietet it's OWL kostenlos an. Stand: Oktober 2026. (Quelle: its-owl.de)

Ein Testfeld für den Mittelstand ist die SmartFactoryOWL in Lemgo. Sie ist eine herstellerunabhängige, offene Industrie-4.0-Plattform des Fraunhofer IOSB-INA und der Technischen Hochschule OWL. Das IoT Xperience Center des Fraunhofer IEM in Paderborn hilft, Potenziale des Internet of Things für eigene Produkte zu erkennen. Stand: Oktober 2026. (Quelle: mittelstand-digital-ruhr-owl.de)

Das Mittelstand-Digital Zentrum Ruhr-OWL ist keine aktuelle Anlaufstelle mehr. Über dieses Zentrum waren solche Demonstratoren früher eingebunden. Es hat seine geförderte Arbeit am 31. Oktober 2024 beendet. Stand: Oktober 2026. (Quelle: mittelstand-digital-ruhr-owl.de/erfolgreicher-abschluss-des-mittelstand-digital-zentrums/)

Welche Pflichten bringt der Cyber Resilience Act?

Der Cyber Resilience Act (CRA) verlangt Mindest-Cybersicherheit für alle Produkte mit digitalen Elementen. Das reicht laut BSI von Laptops und Firewalls bis zu reiner Software. Seit dem 11. September 2026 müssen Hersteller aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwerwiegende Vorfälle melden. Ab dem 11. Dezember 2027 gelten alle Anforderungen für neu in Verkehr gebrachte Produkte. Stand: Oktober 2026. (Quelle: bsi.bund.de/DE/Themen/Unternehmen-und-Organisationen/Informationen-und-Empfehlungen/Cyber_Resilience_Act/cyber_resilience_act_node.html)

Der CRA-Nachweis baut laut BSI auf der CE-Kennzeichnung auf. Bei den meisten Produkten ist die Konformitätsbewertung eine Selbstbewertung des Herstellers. Bei wenigen bewertet eine notifizierte Drittstelle. Als „wichtige“ oder „kritische“ Produkte führen die Anhänge III und IV etwa Passwortmanager, Firewalls und Smartcards. Hersteller müssen einen Supportzeitraum für Updates nennen, in der Regel fünf Jahre. Stand: Oktober 2026. (Quelle: bsi.bund.de/DE/Themen/Unternehmen-und-Organisationen/Informationen-und-Empfehlungen/Cyber_Resilience_Act/cyber_resilience_act_node.html)

Welche weiteren Regeln gelten für Elektronikhersteller?

Vor dem ersten Verkauf muss sich ein Hersteller von Elektrogeräten registrieren. § 6 Abs. 1 ElektroG verlangt die Registrierung mit Geräteart und Marke bei der zuständigen Behörde. Nach § 6 Abs. 3 gehört die Registrierungsnummer auf Angebote und Rechnungen. Ohne Registrierung dürfen Händler die Geräte nach § 6 Abs. 2 nicht anbieten. Stand: Oktober 2026. (Quelle: gesetze-im-internet.de/elektrog_2015/__6.html)

Für bestimmte Verbraucherprodukte gilt zusätzlich das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Erfasst sind laut Bundesfachstelle Barrierefreiheit Hersteller, Händler und Importeure etwa von Computern, Zahlungsterminals und E-Book-Lesegeräten. Gemeint sind Produkte, die seit dem 28. Juni 2025 hergestellt werden. Anders als bei Dienstleistungen gibt es keine Ausnahme für Kleinstunternehmen, die Produkte in Umlauf bringen. Stand: Oktober 2026. (Quelle: bundesfachstelle-barrierefreiheit.de/DE/Barrierefreiheitsstaerkungsgesetz/barrierefreiheitsstaerkungsgesetz_node.html)

BFSG-Produkte brauchen Herstellerangaben und eine deutsche Anleitung. Nach § 7 BFSG gehören Name, Firma oder Marke und eine Postanschrift auf das Produkt. Dazu kommen eine Typen-, Chargen- oder Seriennummer. Gebrauchsanleitung und Sicherheitsinformationen müssen auf Deutsch beiliegen. Stand: Oktober 2026. (Quelle: gesetze-im-internet.de/bfsg/__7.html)

Elektronikhersteller mittlerer Größe können außerdem unter NIS-2 fallen. Anlage 2 des BSI-Gesetzes nennt die Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (5.2) und von elektrischen Ausrüstungen (5.3). Wichtige Einrichtung ist ein solches Unternehmen nach § 28 Abs. 2 Nr. 3 BSIG ab 50 Mitarbeitern oder bei Jahresumsatz und Jahresbilanzsumme von jeweils über 10 Millionen Euro. Stand: Oktober 2026. (Quellen: gesetze-im-internet.de/bsig_2025/anlage_2.html und gesetze-im-internet.de/bsig_2025/__28.html)

Wie Sie die Betroffenheit nach dem BSI-Gesetz Schritt für Schritt prüfen, steht unter IT-Recht für kleine Unternehmen.

Worauf sollten Sie im Angebot oder Vertrag achten?

  • Für zugekaufte Komponenten: CE-Kennzeichnung und Konformitätserklärung des Lieferanten.
  • Vom Lieferanten zugesagter Supportzeitraum für Sicherheitsupdates.
  • ElektroG-Registrierungsnummer des Herstellers auf Angebot und Rechnung.
  • Bei Verbraucherprodukten: BFSG-Pflichtangaben und deutsche Anleitung.
  • NIS-2-Einstufung anhand von Anlage 2 und § 28 BSIG geprüft.

Welche Unterstützung gibt es für kleine Hersteller?

Der CRA sieht laut BSI eigene Hilfen für kleine und mittlere Unternehmen vor. Dazu gehören Leitlinien zur Umsetzung und Helpdesks für die Meldepflichten. Die technische Dokumentation kann sich vereinfachen. Außerdem sind Reallabore („Regulatory Sandboxes“) zur Prüfung von Produkten vorgesehen. Stand: Oktober 2026. (Quelle: bsi.bund.de/DE/Themen/Unternehmen-und-Organisationen/Informationen-und-Empfehlungen/Cyber_Resilience_Act/cyber_resilience_act_node.html)

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